Letztens saßen wir in der Küche. Es war sehr gemütlich, weil es draußen ungemütlich war. Ich weiß nicht mehr worüber wir uns unterhielten. Fasziniert war ich nämlich nicht vom Gespräch, sondern von Klaus apfelschälenden Händen. Er nahm sich in regelmäßigen Abständen einen kleinen grünroten Apfel und ging dann nach einen bestimmten Prinzip mit dem Kartoffelmesser über die Oberfläche. Zuerst über das Ende dann in einem Rutsch auch oben drüber, so dass man oben und unten den braunen Punkt des Fruchtknotens sah… dann auf einer für mich undurchschaubaren festgelegten Spur weiter; bis die Schale vollständig in der Kompostschüssel lag. Schließlich landete der Malus in Stückchen in einem mit Wasser gefüllten Topf.
Nun, ich schäle auch gerne Äpfel. Meistens abends vorm Fernseher. Heute habe ich mich daran erinnert. Normalerweise kaufe ich Apfelmus im Supermarkt und komme gar nicht auf den Gedanken, es selbst herzustellen. Bei Klaus in der Küche hat mich aber mein heimlicher Beobachtungslernmechanismus überrumpelt, ohne, dass ich was dagegen tun konnte. Wenn ich nur immer so lernen könnte! Ich weiß jetzt, dass Apfelmus machen leicht ist und Spaß macht… und es durftet herrlich! Also los, Radio an (heute bin ich der wd5-Typ) und ran an den Apfelberg. Dabei kann man auch wunderbar nachdenken oder den Kopf leer machen.
Ich hab einen Kochtopf mit 2 cm Wasser gefüllt und die Herdplatte auf mittlere Hitze hochgedreht. Und schnipple mit sich steigernder Routine den Berg weg, bzw. produziere einen Schalenberg. Als das Wasser anfängt zu kochen, steigt auch der Apfelduft in meine Nase. Erinnert an Bratapfel und ich denke an Lagerfeuer. Sind alle Äpfel geschält, braucht man nur noch ein bisschen quirlen.
Jetzt gerade genieße ich den Mus heiß vorm Rechner und lausche mir halbem Ohr einem Hörspiel…


