Meine kleine persönliche Recherche-Umfrage zur Frage “Warum studieren so wenige Mädchen Informatik?” hat erste Ergebnisse geliefert. Insgesamt haben mir bisher 12 Mädchen und Frauen geantwortet, von denen mindesten 6 Informatik studieren oder es sich vorstellen könnten. Ich habe die Ergebnisse mal in zwei Gruppen sortiert: Von Umfrageteilnehmerinnen genannte Gründe für und Gründe gegen das Informatikstudium. Meine eigenen Erfahrungen und Gedanken kann ich nicht ganz ausblenden, weshalb diese auch in der folgenden Liste vertreten sind.
Gründe, die für das Fach Informatik sprechen:
- Gleichgesinnte: Personen mit denen man darüber reden kann (z.B. eine Freundin oder eine Mentorin)
- Viel Information: Mehr (wahre) Informationen über das Fach, Studium, das Berufsfeld und den Beruf selbst
- Einfluss der Familie: Eine nahestehende Person (z.B. der Vater), die einem z.B. einen Computer ins Kinderzimmer stellt
- Interessante Erlebnisse: Projekt- bzw. Praxiserfahrungen, wobei man z.B. im Team an einer Internetseite arbeitet
- Schwellenangstverlust: Allgemein die Beschäftigung mit dem Computer
- Interdisziplinarität: Die Aussicht, Informatik in Kombination mit anderen Fächern zu studieren (Wirtschaftsinformatik)
- Bezeichnung des Studiengang: Der moderne Klang des Begriffs “Medieninformatik”
- Weibliche Vorbilder: Informatik-Lehrerinnen oder Professorinnen die spannende Fragen stellen und sympathisch sind
- Informatik als Pflichtfach in der Schule, unter der Vorraussetzung, dass der Unterricht sehr gut ist
Außerdem wurde der Grund “Mangel an Alternativen” genannt, der sich darauf bezog, dass z.B. das Fach Informatik in der Schule gewählt wurde, um nicht die alternativen Fächer (z.B. eine dritte Fremdsprache) besuchen zu müssen.
Warum aber ist der Prozentsatz der Informatikstudentinnen so gering?
Gründe, die gegen das Fach Informatik sprechen:
- Nicht-Informiert-Sein: Zuwenige oder sogar falsche Informationen über Informatik
- Schlechter Unterricht: Schlechter oder gar kein Informatikunterricht in der Schule
- Schlechte Lehrer, die einem den Spaß am Computer nehmen
- Vorurteile / Bild der Informatik: Informatik ist zu schwer… ist Männersache … ist nur Programmieren
- Angst: Allein unter Männern zu studieren oder es nicht zu schaffen
- Keine Identifikation: Bild vom typischen bleichgesichtigen Informatikfreak, der in der Schulzeit viel Computer Spiele gezockt hat und über seltsame Themen in einer seltsamen Sprache redet.
- Keine Informatik-Gene: Mädchen haben keine Veranlagung oder keinen Bezug zu dem Fach oder können nicht logisch denken (kein Mathe)
- Langweiles Material: Die Bücher dazu sind langweilig, selbst, wenn man vorher Interesse hatte, gibt man auf
- Titel des Studiengangs: Der Begriff “Informatik” klingt schon sehr langweilig, “Computer Science” hört sich schon besser an
- Keine weiblichen Vorbilder: Der Informatik-Experte im Fernsehen ist immer ein Mann
- Kein Selbstvertrauen: Die Unterschätzung der eigenen Fähigkeiten “Ich kann das bestimmt nicht.”
Das sind schon interessante Ergebnisse! Ich finde das Thema spannend und werde mich weiter damit beschäftigen, daher freue ich mich auch über weitere Antworten und Kommentare. Mich interessieren übrigens auch die männlichen Ansichten…
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Frauen und Informatik – eine seltsame Mischung, denken viele.
Doch ich denke ,dass gerade die Mischung recht interessant sein kann. Ich denke das Frauen in der Informatik wichtig sind. Wir sehen viele Sachen aus einer ganz anderen Perspektive und kommen auf Lösungswege , auf kreative Lösungswege, wo Männer einfach nicht mithalten können.
Wir machen die Informatik menschlich. Ich studiere jetzt im sechsten Semester und habe mich durch die Männerdomäne durchgekämpft.Das Problem warum Frauen keine Lust an der Informatik haben, ist auch das Nichtwissen, was man danach machen kann. Man kann sich in so viele Richtungen spezialisieren die auch für Frauen interessant sind. Digital Storytelling,Grafik/Design,Kinder,-Jugenmedien.Auch ich fand meine Traumarbeit erst in den letzten Semestern. Nun muss nur noch alles gut gehen.
Ich hoffe es werden mehr weibliche Vorbilder gezeigt, sodass die Lage in Zukunft vielleicht ändern wird!
Ich bin neugierig… Was genau ist deine Traumarbeit? Meinst du Informatik im Allgemeinen oder etwas Spezielles?
Ich möchte gerne im Bereich Kinder,-Jugendmedien arbeiten.Die vielen Elemente die Informatik verbinden und als Lernspiele oder Tutorials,Programme etc. ausgeben um Kindern die Informatik näher zubringen.
Nicht einfach irgendwas programmieren oder zusammenklicken.Ich möchte das dabei was “ordentliches” raus kommt und Kinder auf spielerische Art und Weise den Computer als lernunterstützung nutzen können. Spieleideen für Jungen und Mädchen entwickeln, testen etc.
Genauso wichtig die Aufklärung der Eltern und Erzieher. Ich denke, dass ich mit mein Informatikstudium gut abschätzen kann was technisch möglich ist und was nicht… =)
Also möchtest du dich im Bereich eLearning spezialisieren (wie ich)? Wo studierst du denn?
Ich studiere an der FH Erfurt , ja elearning ist auf jeden Fall interessant. Wo arbeitest du denn?
Ich sitze noch an meiner Bachelorarbeit und warte auf Prüfungsergebnisse , dass ich endlich ins Berufsleben starten kann…
Ich arbeite promoviere am eLearning-Zentrum der RWTH Aachen. Habe an der RWTH auch Informatik mit Nebenfach Psychologie studiert.
Mit Nebenfach Psychologi, das is ja interessant. Kann man die beiden Fächer gut verbinden?
Du kannst bestimmt diese Zocker gut analysieren, hiihi