Mit diesem Beitrag beginne ich ein gedankliches Zwiegespräch (abgeschaut aus der Philosophie), welches ich mit mir selbst führen will. Da das Gespräch zu lang für einen Beitrag sein wird, werde ich es als Fortsetzungs-Beitrag nach und nach posten. Mein Ziel ist die Ideenfindung. Mitdiskutieren ist erlaubt. Kommentare werden sehr begrüßt und selbstverständlich beantwortet!
F: (die Fragende) und A: (die Antwortende) beginnen heute mit:
F: Du möchtest also ein Problem lösen. Welches Problem ist das?
A: Zu wenige Jugendliche beginnen nach ihrem Abitur ein MINT-Studium. Insbesondere würde ich gerne das Problem lösen, warum sehr wenige Frauen MINT studieren und in MINT-Bereichen tätig sind. Den Begriff MINT verwende ich übrigens für die Fächer Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. Es gibt viele Ursachen für die geringe Anzahl Frauen im MINT-Bereich. Ich möchte mir überlegen, ob diese Situation durch einen sinnvollen Einsatz von eLearning-Technologien verbessert werden kann.
F: Interessieren Frauen sich nicht für MINT?
Vielleicht sind sie nicht intelligent genug?
A: Ich glaube nicht, dass Mädchen nicht intelligent genug für MINT sind, sondern eher, dass das Interesse der meisten Mädchen während der Schulzeit nicht geweckt wird. Während meiner Schulzeit hatte ich nicht den Eindruck, dass Mädchen sich gar nicht für MINT interessieren. Sie möchten auch herausfinden wie die Welt um sie herum funktioniert…
Zu Beginn der Schulzeit sind noch keine Leistungsunterschiede zwischen Jungen und Mädchen zu erkennen. Empirische Studien zeigen, dass Jungen und Mädchen in Deutschland am Ende der 1. Klasse noch gleich gut im Rechnen sind. Allerdings übertreffen in Deutschland die Jungen die Mädchen am Ende der Grundschulzeit in ihren mathematischen und naturwissenschaftlichen Kompetenzen, und die Mädchen schneiden besser in den sprachlichen Fähigkeiten ab.
Ist das vielleicht eine spezifisch deutsche Erscheinung? Im internationalen Vergleich gibt es dagegen nämlich (wie z.B. die PISA-Studie zeigt) unter 15-jährigen Jugendlichen beider Geschlechter keine signifikanten Unterschiede. Das Desinteresse der Mädchen an Mathematik zeigt sich in Deutschland insbesondere bei der Wahl der Leistungskurse. Während fast die Hälfte aller Jungen sich für Mathe entscheiden, wählen nur ein Viertel der Mädchen dieses Fach. Die anderen angebotenen MINT-Fächer wie Biologie und Physik werden generell wenig gewählt, wobei sich trotzdem insgesamt mehr Jungen als Mädchen für MINT-Leistungskurse entscheiden.
Meine Aussagen stütze ich auf die Experise für das Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung Hamburg (Oktober 2004) „Mädchen und Naturwissenschaften in der Schule“ von Prof. Dr. Hannelore Faulstich-Wieland. Darin ist auch nachzulesen, dass bei Lernenden das Interesse am jeweiligen Thema im MINT-Fach von hoher Relevanz ist: Bei gleichem Interesse, lassen sich keine Leistungsvorteile der Jungen nachweisen. Ein Hinweis darauf, dass Mädchen nicht zu wenig Intelligenz für MINT-Themen besitzen, sondern nach anderen Ursachen gesucht werden muss.
2 Kommentare
25. März 2008 um 7:30
[...] SkizzenBlog Gedankliches Zwiegespräch zu „MINT, Gender und eLearning“ (Teil 1) [...]
9. April 2008 um 6:56
[...] weit entfernt vom Computer) und wirklich eigene Gedanken zu produzieren. Das begonnene “Gedankliche Zwiegespräch zu MINT, Gender und eLearning” war ein Anfang und soll noch weitergeführt [...]