11. Februar 2008 · 11:54 nachmittags
Seit kurzem bin ich versuchsweise, junge Leserin einer lokalen Tageszeitung und frage mich gerade: Schwimme ich eigentlich gegen den Strom? Sinken die Leserzahlen der Printmedien immernoch? Welchen Mehrwert hat die Zeitung gegenüber RSS-Feeds der Newsseiten und interessanter Blogs?
Auf dem neuesten Stand bin ich da ja ehrlich gesagt nicht. Vielleicht kann es mir jemand sagen… Grund für mein Probeabo ist vorrangig der Anzeigenteil am Mittwoch und am Samstag, durch den ich den lokalen Wohnungsmarkt erkunde. Nach einigen Anlaufschwierigkeiten (die Postbotin hat sie wohl zu einer anderen ähnlich klingenden Adresse gebracht) finde ich nun jeden morgen meine Zeitung im Hausflur. (Ich hoffe, dass es meine ist, denn sonst klaue ich wohl die eines Nachbarn…). Erstaunlichweise hab ich bisher jedes Exemplar gelesen! Also nicht jeden Artikel, aber das ist – glaub ich – normal. Eigentlich hatte ich gedacht, ich hätte dazu keine Zeit.
Also welchen Mehrwert habe ich? Das Lesen auf dem Sofa ohne summendem Computer auf den Knien hat was Nostalgisches. Es werden auch alle Sinne angesprochen, sowohl visuell also auch akustisch (das Lesen), haptisch (der Kampf mit dem Papier) und olfaktorisch (der Kaffee-Zeitungsgeruch). Weitere Vorteile:
- ich nehm mir 20 Minuten Zeit zum entspannten Lesen
- ich hab wieder Papierunterlagen für meine Malstunde
- einwickeln von Essensresten zur Unterdrückung übler Gerüche
- Geruchshemmer am Boden des Mülleimers
Ich bin jetzt noch kein Zeitungsfan oder so. Bis zu diesem Zeitpunkt bin ich jedoch auch noch nicht bereit Kritik zu üben. Der erwartete, störende Papierstapel im Flur ist noch nicht gebaut… Ich warte also weiter ab, wie sich die Sache entwickelt. Am liebsten lese ich übrigens – ich bin selbst überrascht – den Lokalteil. Verwandle ich mich jetzt von der Weltbürgerin zur Lokalpatriotin?