Archiv der Kategorie: forschung

Learning Analytics Process Model

Their are several models and graphical representations how to describe the learning analytics process/cycle. I was just thinking about combining the learning analytics cycle of Chatti et. al. (2012) with a modified version of Verbert et al. (2013)’s process model. The result is a more detailed model.Learning Analytics ProcessThe flow of the process can be read as follows: Starting from data collection and data monitoring, experienced users might become aware and directly make sense of certain aspects of teaching and learning, due to their prior experience. But learning analytics beginners are sometimes unable to explain outcomes of the data collection & pre-processing step. This stimulates them to form questions and try to answer them. Being surprised, asking and answering question stands for reflection as defined by Atkins & Murphy (1993). The stage of “sensemaking” can motivate an “action” or even “behavior change”. This is the impact learning analytics projects strive for…

References

  • Atkins, S., & Murphy, K. (1993). Reflection: a review of the literature. Journal of Advanced Nursing, 18(8), 1188–1192.
  • Chatti, M. A., Dyckhoff, A. L., Schroeder, U., & Thüs, H. (2012). A reference model for learning analytics. IJTEL, 4(5/6), 318–331.
  • Verbert, K., Duval, E., Klerkx, J., Govaerts, S., & Santos, J. L. (2013). Learning Analytics Dashboard Applications. American Behavioral Scientist, (February), 1–10.

 

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter diss-überlegungen, forschung, learning analytics, prozess

One Minute Madness

Heute ist “Tag der Informatik” im Informatikzentrum. Es gibt viele Info-Stände verschiedener Lehrstühle und Unternehmen, ein Vortragsprogramm, Zeugnisse werden vergeben und zum Ende des Tages hin wird es ein reichhaltiges Buffet geben… und mittendrin bin gleich auch ich: nämlich in der One-Minute-Madness (OMM) um 15 Uhr. 20 Doktoranden stellen in je 100 Sekunden ihr Forschungsthema anhand einer nicht-animierten Folie vor. Ich bin Nummer 18 und schon etwas aufgeregt, weil eineinhalb Minuten wirklich nicht so lang sind.

Das ist meine Folie: OMM_Folie

Damit ich mit der Zeit hinkomme, habe ich mir diesmal auch ausnahmsweise mal notiert, was ich sagen möchte und schon ausprobiert, ob der Text in der vorgegebenen Dauer überhaupt verständlich gesprochen werden kann. Hier mein Text:

“Ich untersuche diese bunte Pflanze. Der Boden bzw. der Kontext auf dem diese Pflanze wächst ist die “Verbesserung der mediengestützten Hochschullehre”. In den letzten Jahren nutzen immer mehr Lehrende in ihren Lehrveranstaltungen eLearning-Elemente, wie z.B. Lernportale, Vorlesungsaufzeichnungen oder auch komplexe Übungsprogramme. Dadurch entsteht den Lehrenden meist ein Zusatzaufwand, der durch mehr Effizienz in Arbeitsprozessen und mehr Effektivität der Lehre – indem mehr unterschiedliche Lernende unterstützt werden – gerechtfertigt sein soll. Um dies zu überprüfen, eignet sich die Methodik der Aktionsforschung (auch Action Research genannt). Sie ähnelt der iterativen Softwareentwicklung. Lehre wird in mehreren Evaluationszyklen untersucht und Schritt-für-Schritt verbessert. Um den Aufwand der durch Datensammlung und Auswertung entstehen kann, möglichst zu minimieren, entwickle ich Informatik-Tools, die Aktionsforschungsprozesse vereinfachen sollen, so dass mehr Lehrende (und auch Studierende) motiviert werden, ihre Lehre zu analysieren und zu optimieren. Zur Entwicklung der Tools müssen Aspekte und Methoden verschiedener Disziplinen und Themenbereiche, wie der Psychologie, Pädagogik, Data Mining, Web- und Portaltechnologien, Datenschutz oder Usability,  betrachtet und zusammengeführt werden. Das ist die wesentliche Herausforderung meines Forschungsvorhabens.”

Bitte Daumen drücken, dass ich kein Blackout habe und mit der Zeit hinkomme! :)

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter aachen, action research, blended learning, datenschutz, diss-überlegungen, eLearning, forschung, informatik, qualität, rwth, studium, usability, wissenschaft

EduCamp 2010 an der RWTH Aachen (Teil 2)

Nach einer Woche wird es nun langsam Zeit mit der Fortsetzung des Berichts (Teil 1) zu beginnen, denn parallel beginnen in Bremen ja schon die Vorbereitungen für das nächste EduCamp.

Im Rückblick kann man sagen, dass die Organisation des EduCamps in Aachen unser Team gestärkt hat und wir viel Spaß bei dieser neuen Erfahrung hatten. Es wurde  im Hintergrund ab und an mal improvisiert, aber das macht ja auch die Natur einer solchen Veranstaltung aus. Meine Hauptaufgabe war es, morgens die Räumlichkeiten zu beschildern und während der Veranstaltung zu fotografieren. Dank der fleissigen, helfenden Studierenden, die noch vor mir an der Uni waren und meine unscharfe Anweisung, sich Schere und Stift zu schnappen toll umsetzten, ging das dann auch prima.

Gespannt war ich insbesondere auf die Sessionplanung gewesen, weil ich mir nicht richtig vorstellen konnte, wie das ohne Chaos ablaufen sollte. Dank klarer Ansagen, klappte es innerhalb kürzester Zeit jedoch, dass sich 90 Leute mit drei Begriffen vorstellten und einige auch eine Session vorschlugen, die sodann auf je einem Papierzettel an den Sessionplan gepinnt wurde.

Den Vormittag verbrachte ich mit dem Besuch von Sessions und machte Fotos, was, aufgrund der schwachen Beleutung im Informatikzentrum, gar nicht so einfach war. Solange bin ich ja noch nicht in die Künste der Fotografie eingeweiht und so experimentierte ich z.B. mit kleinen Verwacklungen und durch Bewegungen und lange Belichtung verschwindenden Armen, Beinen und Köpfen… :)

Meine Session hieß “Der gläserne Student” (hier meine Ankündung dazu) und, auf anraten einiger erfahrener BarCamper, hatte ich keine Präsentation vorbereitet, sondern lediglich überlegt, wie ich eine Diskussion anregen könnte.

Vor meiner Session war ich dann doch ein wenig aufgeregt, wurde jedoch von Ralf abgelenkt, der mich ansprach, weil er auch in meine Session kommen wollte. Ich war begeistert, als er verriet, dass er sich gut mit Datenschutz auskennt. Es versprach also interessant zu werden!

Die Session lief auch sehr gut! Nach erfolgreichem Abschluss war ich aus lauter gesammelter Konzentration jedoch ganz schön platt… Ich besuchte noch zwei weitere Sessions, verzichtete dann aber aus lauter Müdigkeit auf das abendliche Treffen in der Stadt.

Der nächste Tag war nicht mehr ganz so gut besucht wie der erste (etwa ein Drittel der Leute). Dennoch konnten ich und – wie ich gehört habe – viele andere auch das EduCamp weiterhin effektiv zur Reflektion und die Vertiefung von Kontakten nutzen.

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter aachen, forschung, rwth, social software, wissenschaft

Teilchen im “Thesis Repulsor Field”

Der erste Abschnitt des Sommerurlaubs ist vorbei und ich warte nun, nach 14 Tagen Uni-Abstinenz (die dem Post “Dissertation Myth # 9: It Will Ruin Your Life” auf To Do: Dissertation nach empfehlenswert sind) auf Eingebungen bzw. Flow-Erlebnisse bzgl. meiner Diss. In der Tat kann ich mich stattdessen wiedermal sehr gut in einige der kürzlich veröffentlichten Phd-Comics einfühlen, weil ich darin offensichtlich die Hauptfigur spiele… :)

“Aber… Das ist doch meine ToDo-Liste!!!”

Und auch folgendes Modell erscheint mir sehr plausibel…

Was mich etwas beruhigt, ist, dass ich anscheinend nicht allein mit diesen mysteriösen Effekten zu kämpfen habe. Aber wie finde ich nach dem Urlaub jetzt am Besten wieder den Einstieg? Ich werde wohl nochmal die getwitterten Tipps von TDDissertation durchgehen müssen…

Piled Higher and Deeper‘ by Jorge Cham is the popular comic strip about life, or the lack thereof, in grad school. Check it out by going to www.phdcomics.com

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter annafant, diss-überlegungen, diss-krise, forschung, lernmanagement, webtipp, wissenschaft

Meine Diss in verständlichem Deutsch?

… Immer wieder wird man  gefragt und dann steht man vor der Herausforderung oder besser Kunst jemandem der nicht auch nur annähernd was damit zu tun verständlich und in wenigen Sätzen das eigene Forschungsthema zu erläutern ohne dabei einzuschläfernd zu wirken…

“Was das Thema meiner Dissertation ist? Es beschäftigt sich mit Evaluation von Blended Learning Veranstaltungen [ähhh... was?]. Genauer gesagt mit Action Research in Blended Learning Veranstaltungen [nochmal ähhh... was?]. Action Research bedeutet, dass die Lehrenden und Studierenden selbst ihre Lehrveranstaltung in der sie agieren evaluieren. Der Zweck dahinter ist die Verbesserung der Lehre, in diesem Fall auch der Online-Lehre [ahhhso...!?! <keine Vorstellung>]. Ziel meiner Dissertation ist diesen begleitenden Evaluations- und Qualitätssicherungsprozess, den jeder auch jetzt schon durchführen kann, wenn er oder sie gerne möchte, zu vereinfachen. Dafür entwickle ich – wie Informatiker/innen das so gerne machen – Tools, die die Nutzer bei ihren Action Research Aktivitäten unterstützen sollen [hmmmm....ok ... verstehe... jaja]. Speziell geht es bei mir um Monitoring-Tools [wat?]. Eine meiner Vermutungen ist, dass mehr Lehrende ihre Lehre informell evaluieren, wenn sie derartige AR-Tools in den von ihnen bereits genutzten Learning Management Systemen vorfinden [...???]. Dafür müssen die Tools natürlich besonders Nutzerfreundlich sein. Es muss klar sein, wie die Tools zu verwenden sind. Eine Möglichkeit ist vielleicht, Standardauswertungen zur Verfügung zu stellen, die bereits vorhandene, interessante Daten visuell verständlich und ansprechend aufbereiten. Dafür könnten z.B. Logfile-Analysen durchgeführt werden, die mit Hilfe von Data Mining Algorithmen [... Bahnhof???] neue vorher nicht sichtbare Informationen präsentieren und visuell verständlich aufbereiten.”

…hier drehts sich der Zuhörer nun spätestens hilfesuchend um, ob jemand zur Ablenkung eingreifen kann… Ich bin aber noch nicht fertig und komme langsam in Fahrt :)

“Für die Visuelle Aufbereitung eignen sich z.b. Dashboards. Diese sind auch dafür nützlich Daten aus verschiedenen Quellen zusammen auf einer Seite übersichtlich zu präsentieren. Durch die zeitnahe Präsentation während des Verlaufs einer Lehrveranstaltung kann der Betrachter (richtig und falsche) Schlüsse über stattfindende Lehr- und Lernprozesse ziehen. Über Interaktion mit den anzeigten Daten können weitere Informationen gewonnen werden. Um den Prinzipien des Action Research dabei zu folgen, sollten jedoch Forschungsfragen formuliert bzw. ausgewählt werden, die die Lehrenden interessieren. [Du liest diesen Text immernoch?] Erst durch die Bestimmung der Forschungsfragen wird es auch möglich zu definieren, welche Methoden zur Datensammlung benötigt werden. Diese Bestimmung kann entweder automatisch erfolgen oder durch den Benutzer manuell. [Wow... du interessierst dich auch für das Thema oder eher für mich ;) ???]

Durch eine Analyse möglicher Forschungsfragen, habe ich bereits eine ungefähre Ahnung davon bekommen, welche Daten relevant werden könnten. Es scheint als seien (quantitative und qualitative) Daten, die aus Fragebögen an die Studierenden gewonnen werden, eine zentrale Quelle, die in diversen Veröffentlichungen auch immer wieder erwähnt wird. Eine weitere Möglichkeit quantitative Daten zu bekommen sind Logfile Analysen, die häufig in Kombination mit Fragebogenauswertungen durchgeführt werden um Interpretationen zu festigen/verifizieren. Auch wichtig sind anscheinend Klaursur oder e-Testdaten. Diese geben nämlich Aufschluss darüber, ob das Lernen erfolgreich war oder nicht. [Immernoch am Ball?? Dann bitte ich um Feedback!!!]

Die interessanten Fragen, die auf erfolgreiches Lernen und Betrachtung von Diversity im Lernen abzielen, beziehen immer mehrere Datenquellen ein. Dafür ist es wichtig, dass die Daten einer Person zugeordnet werden können. Erst dann kann man sagen: Dieser Nutzer hat sich so und so im Lernportal bewegt, hat folgende Antworten auf unseren Fragebogen gegeben und hat folgende Note in der Hausaufgabe/Klausur. Die richtige, tatsächliche Person ist dabei nicht wirklich relevant (kein Assessment), d.h. es ist egal wer dieser Student ist. Die persönlichen Daten können also auch unter einem Pseudonym abgespeichert werden, weil die Analyse sowieso über eine größere Gruppe von Nutzern durchgeführt werden soll. Das Pseudonym muss allerdings für die Zuordnung und Korrelation unterschiedlicher Daten eindeutig sein. Einerseits könnte man hier …”

nee … Schluß!… jetzt ist Feierabend! bätsch… Lass uns über was anderes reden…  #vuvuzelas #wm #lost-ende #gntm ich bin bestens informiert und kann mich anpassen… ;)

1 Kommentar

Eingeordnet unter action research, annafant, blended learning, diss-überlegungen, eLearning, forschung, informatik, lernmanagement, lernprozess indikator, lms, qualität

Wie man mit dem Schreiben anfängt…?

Heute gesundheitlich etwas angeschlagen hatte ich wieder Zeit Kapitel 3 in meinem neuen Buch “Writing Your Dissertation in Fifteen Minutes a Day” zu lesen, das gestern angekommen ist. Hier meine Zusammenfassung:

Wenn du anfangen möchtest zu schreiben “make a mess”. D.h. einfach alles runterschreiben was einem einfällt, ohne auf Reihenfolge, Rechtschreibung, Grammatik, schöne Formulierungen etc. zu achten. Es gibt auch einen “clean up”-Prozess, aber der wird in Kapitel 4 beschrieben, dass ich noch lesen muss.

Man soll zudem regelmäßig (täglich) schreiben und sich im Sinne des Behaviorismus (positive reinforcement) dafür belohnen, dass man seine Schreibaufgabe für den Tag erledigt hat. Eine Belohnung kann zum Beispiel ein Telefonat mit einer Freundin oder ein kühles Getränk auf der sonnigen Terasse sein, wie du möchstest…

Auf Dauer wird das Schreiben dann angeblich zur “Sucht”, weil es dir die Möglichkeit/Zeit gibt, sich mal intensiv mit den eigenen Gedanken zu beschäftigen. Um den Anfang zu finden soll man mit 10 Minuten am Tag starten. Die Schreibdauer kann dann nach und nach erhöht werden, wenn man sich an den Rythmus gewöhnt hat. In diesen 10 Minuten gelten die Regeln des “freewriting” nämlich “nicht stoppen, nicht zurückschauen und nichts löschen” und wenn einem der richtige Begriff nicht einfällt einfach z.B. ein Auslasszeichen ~ machen oder [mir fällt das Wort nicht ein] einfügen. Ich selbst hab beim Lesen gedanklich noch hinzufügt, dass ich beim “freewriting” wohl besser auch nicht anfange zu zitieren und Literaturverweise herauszusuchen.

Wenn das regelmäßige/tägliche Schreiben klappt, folgt der nächste Schritt. Du überlegst dir wie hoch die Tagesration immer sein soll. Dies kann bedeuten, dass man festlegt immer mind. zwei Stunden am Tag zu schreiben. Es kann aber auch eine bestimmte Anzahl von Seiten, z.B. 3-6 sein, die machbar sind. Die Autorin empfiehlt Letzteres. Außerdem sollte man die Regeln “write first” ernstnehmen, was nicht nur bedeutet, dem Schreiben eine hohe Priorität einzuräumen, sondern es auch als erste Aktivität des Tages in die Tat umzusetzen. Was für mich wohl bedeutet, dass ich vor dem Frühstück und der Arbeit, demnächst erstmal mind. 10 Minuten schreiben werde. Ich muss sagen, ich freu mich gerade irgendwie schon darauf, obwohl ich mir auch vorgenommen habe vor der Arbeit noch joggen zu gehen. Hoffentlich halte ich das alles auch ein. Ich leg mir jetzt mal einen Ordner an, in den ich meine Freewriting-Ergebnisse unter ihrem Erstellungsdatum abspeichern werde…

1 Kommentar

Eingeordnet unter diss-überlegungen, forschung, lernmanagement, wissenschaft

Eine Dissertation schreiben …

So… gerade hat der Postbote ein neues handliches Buch gebracht: Writing Your Dissertation in Fifteen Minutes a Day. Dieser Titel war mir vor zwei Tagen auf einem bekanntem Portal empfohlen worden und ich konnte nicht wiederstehen (Impulskauf…).
Ich lese gerade das erste Kapitel und bin schon jetzt zuversichtlich, dass der Kauf sich gelohnt hat. Warum? Nun, wie du siehst hab ich direkt Lust etwas zu schreiben. Gut, dass es diesen Blog noch gibt :)
Joan Bolker sagt “Writing is at the center of producing a dissertation”. Nun gut, so schlau war ich auch vorher schon, das zu erkennen. Ich würde allerdings noch eine Stufe höher “Research” hinzufügen. Unter dem “Schreiben der Diss” schwebte mir vor ein paar Minuten allerdings etwas ziemlich anderes vor, als der Autorin, die mir vorschlägt “You will learn to write in order to think, to encourage thought, to tease thought out of chaos or out of fright.” Ich dachte nämlich besonders in letzter Zeit unbewusst oft, dass ich erst viel denken müsste bevor ich anfange zu schreiben. Aber in Joan Bolkers Definition des “Writing your way in” zählt dieser Blogbeitrag schon… und so füllen sich meine ersten 15 Minuten des ersten Tages, an dem das Buch auf meinem Tisch liegt, mit Buchstaben :) wie beruhigend!

4 Kommentare

Eingeordnet unter diss-überlegungen, forschung, lernmanagement, wissenschaft

Awareness of gender stereotypes can harm people’s science performance

Im Research Digest Blog, der regelmäßig interessante neue Endeckungen der psychologischen Forschung vorstellt, wird ein Paper zusammengefasst, welches die Theorie untermauert, dass Leistungsunterschiede zwischen Geschlechtern (im MINT-Bereich) durch Beeinflussungen aus unserem sozialen Umfeld entstehen. Im Review “Unterstanding why girls underperforme at science” wird das Papers “National differences in gender-science stereotypes predict national sex differences in science and math achievement” vorgestellt. Die Autoren haben implizit vorhandene Gender-Science-Stereotypen unterschiedlicher Länder analysiert und mit Unterschieden in schulischen Science-Leistungstests verglichen. Ihre These und Erkenntnis waren

if something about being female really does predispose a person to be weaker at science, then across the world, girls should under-perform, on average, relative to boys. However, whilst this is true in some countries, other countries actually show the opposite pattern, with girls outperforming boys. [zitiert von BPS]

Im Anschluss fragten sie sich, ob kulturelles Gedankengut zu Gender und Science einen negativen Effekt auf die Leistung der Mädchen hat. Sie untersuchten dies mit Hilfe eines Assoziationstests auf einer Webseite, mit dem sie implizit vorhandene Vorstellungen über Gender und Science von fast einer halben Million Menschen aus 34 Ländern aufzeichneten.

Around the world, 70 per cent of participants exhibited an implicit stereotype – associating science with males more than females.

Verglichen mit den schulischen Science-Test-Ergebnissen der Länder galt:

They found a correlation with the implicit stereotype scores, so that in those countries where more people held stereotyped beliefs about gender and science, girls tended to under-perform at science relative to boys.

Schlussfolgerung:

culture’s implicit beliefs about science stereotypes can affect girls’ science performance in a mutually reinforcing fashion.

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter diss-überlegungen, forschung, frau, gender, informatik, MINT

Gedanken zu Lehre, Blended Learning, Zugriffsstatistiken und Nutzerprofilen

Obwohl ich mittlerweile schon recht viel über Lehren und Lernen weiß (siehe Beitrag heute morgen: Warum Lehre ich gerne?), heißt das natürlich nicht, dass ich eine Lehrveranstaltung vor ihrem Beginn von Vorne bis Hinten durch-konzeptionieren kann, sodass alles „wie geschmiert“ und erfolgreich (im Sinne, dass die Studierenden die Lernziele erreichen) abläuft. Denn jede Lehrsituation ist anders und bringt neue Herausforderungen. Insbesondere sind meist die Lernenden andere Personen und somit unterschiedlich zu den Lernenden früherer ähnlicher Situationen, die ich kennen gelernt bzw. erlebt habe.

Wie gehe ich also mit der Herausforderung „gute Lehre“ um?

Ich starte zunächst zu Beginn einer Lehrveranstaltung mit einer Menge von Annahmen darüber, welche Rahmenbedingungen (vorhandene Eigenschaften der Lernenden, Lernumgebungen, Materialien, Qualifikationen der Lehrenden und Betreuer…) gegeben sind und wie die Lehrveranstaltung daher ablaufen wird. Basierend auf diesen Annahmen entwickle ich (oder habe ich bereits) ein Lehrkonzept. Dann beobachte und erlebe und beeinflusse ich während der Durchführung, wie es wirklich ist. Wenn etwas anders ist als ich vorhergesehen habe, muss ich meine Vorstellungen/Annahmen bzw. meinen Plan flexibel anpassen. Dies geschieht meistens unterbewusst, indem ich einfach reagiere anstatt mich wirklich hinzusetzen und ein neues Konzept zu machen. Das Ganze ist ein dynamischer, fließender Prozess, welcher auf Beobachtung, Erleben, Reflexion, Interpretation und Anpassung an die jeweilige Situation basiert, und der laufend und parallel stattfindet bzw. sich zyklisch wiederholt. Eine ganz wesentliche Lehraktivität ist – meiner Meinung nach – zu jeder Zeit möglichst unvoreingenommen zu beobachten und kritisch zu reflektieren.

Im folgenden möchte ich mich auf Blended Learning Szenarien beziehen, die sowohl aus Präsenz-Lehrveranstaltungen als auch aus Phasen des mediengestützten (Selbst-)Lernens bestehen (auch ergänzt durch Online-Kommunikation und Kollaboration). In einer Situation, in der ich von Angesicht-zu-Angesicht agiere, kann ich für das Beobachten all meine Sinne einsetzen. Anders ist es dagegen in den Phasen, in denen die Lernenden nicht körperlich anwesend sind. Dennoch habe ich auch hierzu Annahmen darüber, was sie machen und wie sie lernen, und versuche ich auch hier möglichst viel zu beobachten, um herauszufinden, ob meine Annahmen richtig sind.

Hier eine Beispielsituation: Ich gebe den Lernenden innerhalb einer Präsenzveranstaltung die Aufgabe, einen Text zu lesen. Mit meinen Augen kann ich sehen, wer liest. Zumindest nehme ich an, dass jemand liest, wenn die Augen der beobachteten Person auf den Text gerichtet sind und ab und an (in angemessenem Tempo) die Seiten umgeblättert werden. Wenn ich merke, dass die Blicke sich von Text lösen und es unruhig im Raum wird (höre ich mit meinen Ohren), weil Gespräche aufkommen oder andere Aktivitäten aufgenommen werden, kann ich davon ausgehen, dass der Text entweder fertig gelesen wurde oder es andere Gründe (z.B. Unverständnis) gibt, warum nicht weiter gelesen wird. Ich kann dementsprechend reagieren, indem ich z.B. nachfrage „Seid ihr fertig?“ oder „Gibt es Verständnis-Schwierigkeiten?“ oder die Lernenden auffordere weiter zu lesen. Je nach Reaktion kann ich eine interaktive Übung anschließen, den Text diskutieren lassen, Fragen beantworten usw.

In einer vergleichbaren Online-Lernphase, in welcher Lernende aufgefordert sind einen Text zu lesen, habe ich gar keine, erheblich weniger oder im besten Fall andere Möglichkeiten die Situation zu beurteilen. Zudem lesen nicht unbedingt alle Lernenden einen Text gleichzeitig, sondern verteilt über einen gewissen Zeitraum. Meist muss ich nach Ablauf des vorgegebenen Lese-Zeitraums einfach blind davon ausgehen, dass der Text gelesen wurde, weil ich es gesagt habe. Es sei denn, die Lernenden werden aktiv und fangen an online (innerhalb meines Sichtfeldes) zu kommunizieren.

Eine weitere Option, die Blindheit zu überlisten, ist, dass ich aufgrund meiner bisherigen Lehr-Erfahrungen weiß, inwiefern es Probleme geben kann (Lernende vergessen zu lesen oder haben Verständnis-Schwierigkeiten, usw.). Daher kann ich bestimmte, angepasste Aktivitäten einplane ohne genau zu wissen, ob sie wirklich notwendig sind:  In der Annahme, dass viele Lernende vergessen den Text rechtzeitig zu lesen, kann ich z.B. per
E-Mail an die Aufgabe erinnern. Ich kann auch eine Verständnis-Frage anschließen und durch die Antworten der Lernenden (wenn es welche gibt) erkennen, wo diese stehen.

Noch eine weitere Möglichkeit, die mir ein Gefühl dafür gibt, inwiefern die Lernenden die Leseübung wahrscheinlich schon erledigt haben, sind möglicherweise im genutzten eLearning-System vorhandene Zugriffsstatistiken auf den Text. Solange der Text noch gar nicht angeklickt wurde, ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass er noch nicht gelesen wurde. Ganz sicher kann ich natürlich nicht sein, weil der Text evtl. in der Bibliothek ausgeliehen wurde. Aber weil dieser Beschaffungsweg – meiner Vermutung nach – für die Lernenden umständlicher ist, als einfach auf den Online-Text zuzugreifen, kann ich doch annehmen, dass keiner ihn bisher gelesen hat.

Zeigt die Statistik dagegen, dass es schon einige Klicks auf den Text gab, so kann ich davon ausgehen, dass er von einige Lernenden auch schon gelesen wurde. Zumindest wurde er angeschaut und vielleicht auch heruntergeladen. Wenn er heruntergeladen wurde, kann er jederzeit wieder offline gelesen oder auch an andere Lernende weitergegeben werden. Also bedeutet eine geringere Zugriffszahl im Vergleich zur Anzahl der Lernenden nicht, dass nicht alle den Text gelesen haben. Aber diese Zahl gibt mir zumindest Anlass darüber nachzudenken, ob wirklich alle den Text gelesen haben, und ggf. weitere Nachforschungen (z.B. mit Hilfe von Umfragen) anzustellen oder nochmal an die Aufgabe zu erinnern.

Aus diesem Grund und anderen Gründen halte ich Zugriffsstatistiken und Nutzerstatistiken für ein wichtiges Werkzeug zur Beobachtung der Lernenden in den Online-Lernphasen von Blended Learning Veranstaltungen. Ihre Analyse und Interpretation muss jedoch sorgfältig durchdacht werden, da leicht Fehlschlüsse gemacht werden können. Auch sind Zugriffsstatistiken meist schwer zu lesen und viele Fragen zur Nutzung von Online-Lernressourcen oder Funktionalitäten können nicht (sicher) beantwortet werden. Zu Marketing- oder Verkaufs-Zwecken in Web-Projekten und Social Communities (wie z.B. StudiVZ oder Amazon) wurden die Analysemöglichkeiten auf Basis von Zugriffsstatistiken und Nutzungsprofilen jedoch bereits tiefer gehend erforscht. Viele dieser Forschungsergebnisse wurden erst rudimentär bezüglich ihres Potentials für Blended Learning Szenarien analysiert.

In vielen Learning-Management-Systemen sind heute bereits Zugriffsstatistiken auf Basis von Logfiles mit unterschiedlichem Aussagewert integriert. Auf individuelle Nutzerprofile der Lernenden muss jedoch meist aufgrund der Datenschutzproblematik verzichtet werden. Eine Möglichkeit Datenschutzverstöße zu umgehen ist die Anonymisierung oder Pseudonymisierung der gesammelten Daten. Auch hier muss jedoch gewährleistet werden, dass keine Rückschlüsse auf das Nutzungsverhalten konkreter Personen möglich sind.

Wie können Nutzer- und Zugriffstatistiken sinnvoll und datenschutzrechtlich unbedenklich in eLearning-Systeme integriert werden, sodass Lehrende ihre Blended Learning Szenarien besser beobachten und erforschen können?

Hier möchte ich diese Überlegungen, die ich im Rahmen meiner Promotion mache, zunächst unterbrechen. Ich bin sehr interessiert an euren Kommentaren und werde die Gedanken demnächst fortführen. Was ging euch durch den Kopf, während ihr gelesen habt?

2 Kommentare

Eingeordnet unter action research, blended learning, diss-überlegungen, eLearning, forschung, lehre, lernen, lernmanagement, lms, mentoring, qualität, social software, studieren, studium, umfrage

Summer School Review

Letzte Woche war ich das erste Mal auf einer europäischen PhD Summer School. Um ein bißchen in Übung zu bleiben, reflektiere ich darüber im Folgenden in Englisch.

Last weeks JESS TEL summer school was a great networking experience for me. Having recently narrowed down my PhD-topic, I had and still have many chances to discuss my research goals and questions and to compare them to those of the other participants. I highly recommend other PhD students to participate in an event like this early during their studies to get an overview about current research issues in Europe and even more important to get to know the interesting and fascinating people behind the research topics. The best time for visiting a summer school is probably after you have decided about your research questions and written your first proposal.

But, what is a summer school? To be honest, I did not really know when I spontaniously applied. One of my friends had suggested to do so (thanks Zina, by the way ;) ), and I’m happy I trusted her good advice. According to Wikipedias first result  ‘Summer School‘ is a movie that I haven’t seen yet. I couldn’t find a good definition of ‘PhD summer school’ during my first Google-search. Although there is another Wikipedia definition findable. But I will cite this further down.

Looking back at last week impressions I can define:  a PhD Summer School is a one-week-get-together of young researchers and more experienced lecturers for several days to share knowledge, get to know each other, discuss, communicate, network and maybe even collaborate in the future. Against the background of my definition the JESS TEL summer school 2009 was successful. But still there have been several complaints of students and some of the lecturers.

Even though the summer schools title “Emancipated Learner” suggested maybe a barcamp format, the strict program did not schedule much time for active attendance of PhD students. Another popular complaint was the poor internet connection which didn’t even allow to send e-mails or to twitter during the lectures. Graham Attwall published a list of all the complaints in his blog. I also wasn’t amused of this situation all the time (but sometimes :) ). But… would we have had the chance to demonstrate that we are emancipated learners without being caged into a dusty wireless hotel in the slovakian mountains? (–> In the middle of the week the students arranged a barcamp-like get-together after dinner.)

Summer school (or summer university) is a school, or a program generally sponsored by a school or a school district, that teaches students during the summer vacation.”

defines Wikipedia. And furthermore:

“In academia the term can also refer to a type of conference. Typically, established academics will give presentations on advanced topics in a field to postgraduate students.”

This was also very true for telss09. Analysing the comments of the students there should be a new type of summer school which could be called a PhD summer barcamp (a student generated summer school)… What do you think about that?

1 Kommentar

Eingeordnet unter eLearning, forschung, wissenschaft