Archiv der Kategorie: studium

One Minute Madness

Heute ist “Tag der Informatik” im Informatikzentrum. Es gibt viele Info-Stände verschiedener Lehrstühle und Unternehmen, ein Vortragsprogramm, Zeugnisse werden vergeben und zum Ende des Tages hin wird es ein reichhaltiges Buffet geben… und mittendrin bin gleich auch ich: nämlich in der One-Minute-Madness (OMM) um 15 Uhr. 20 Doktoranden stellen in je 100 Sekunden ihr Forschungsthema anhand einer nicht-animierten Folie vor. Ich bin Nummer 18 und schon etwas aufgeregt, weil eineinhalb Minuten wirklich nicht so lang sind.

Das ist meine Folie: OMM_Folie

Damit ich mit der Zeit hinkomme, habe ich mir diesmal auch ausnahmsweise mal notiert, was ich sagen möchte und schon ausprobiert, ob der Text in der vorgegebenen Dauer überhaupt verständlich gesprochen werden kann. Hier mein Text:

“Ich untersuche diese bunte Pflanze. Der Boden bzw. der Kontext auf dem diese Pflanze wächst ist die “Verbesserung der mediengestützten Hochschullehre”. In den letzten Jahren nutzen immer mehr Lehrende in ihren Lehrveranstaltungen eLearning-Elemente, wie z.B. Lernportale, Vorlesungsaufzeichnungen oder auch komplexe Übungsprogramme. Dadurch entsteht den Lehrenden meist ein Zusatzaufwand, der durch mehr Effizienz in Arbeitsprozessen und mehr Effektivität der Lehre – indem mehr unterschiedliche Lernende unterstützt werden – gerechtfertigt sein soll. Um dies zu überprüfen, eignet sich die Methodik der Aktionsforschung (auch Action Research genannt). Sie ähnelt der iterativen Softwareentwicklung. Lehre wird in mehreren Evaluationszyklen untersucht und Schritt-für-Schritt verbessert. Um den Aufwand der durch Datensammlung und Auswertung entstehen kann, möglichst zu minimieren, entwickle ich Informatik-Tools, die Aktionsforschungsprozesse vereinfachen sollen, so dass mehr Lehrende (und auch Studierende) motiviert werden, ihre Lehre zu analysieren und zu optimieren. Zur Entwicklung der Tools müssen Aspekte und Methoden verschiedener Disziplinen und Themenbereiche, wie der Psychologie, Pädagogik, Data Mining, Web- und Portaltechnologien, Datenschutz oder Usability,  betrachtet und zusammengeführt werden. Das ist die wesentliche Herausforderung meines Forschungsvorhabens.”

Bitte Daumen drücken, dass ich kein Blackout habe und mit der Zeit hinkomme! :)

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Exzellente Lehre und Karriere in der Lehre?

Ich würde ja gern wissen, ob sich mit den Ambitionen und der Förderung der exzellenten Lehre an der RWTH auch neue Möglichkeiten zur Karriere in der Lehre eröffnen, denn das würde es attraktiver machen, innovative gute Lehre zu gestalten, oder? Gute Lehre machen bedeutet auch Zeit in diese zu investieren, die an anderer Stelle verloren geht. Das lohnt sich dann, wenn ich gute Aussichten habe als “exzellenter Lehrender” die Karriereleiter zu erklimmen.

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Webtipp: Diskussion zum (Un)Sinn von Vorlesungen

In CSpannagels Blog gibt es gerade eine spannende Diskussion über den Sinn und Unsinn von Vorlesungen, in die ich mich auch gerade eingemischt habe :)

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Gedanken zu Lehre, Blended Learning, Zugriffsstatistiken und Nutzerprofilen

Obwohl ich mittlerweile schon recht viel über Lehren und Lernen weiß (siehe Beitrag heute morgen: Warum Lehre ich gerne?), heißt das natürlich nicht, dass ich eine Lehrveranstaltung vor ihrem Beginn von Vorne bis Hinten durch-konzeptionieren kann, sodass alles „wie geschmiert“ und erfolgreich (im Sinne, dass die Studierenden die Lernziele erreichen) abläuft. Denn jede Lehrsituation ist anders und bringt neue Herausforderungen. Insbesondere sind meist die Lernenden andere Personen und somit unterschiedlich zu den Lernenden früherer ähnlicher Situationen, die ich kennen gelernt bzw. erlebt habe.

Wie gehe ich also mit der Herausforderung „gute Lehre“ um?

Ich starte zunächst zu Beginn einer Lehrveranstaltung mit einer Menge von Annahmen darüber, welche Rahmenbedingungen (vorhandene Eigenschaften der Lernenden, Lernumgebungen, Materialien, Qualifikationen der Lehrenden und Betreuer…) gegeben sind und wie die Lehrveranstaltung daher ablaufen wird. Basierend auf diesen Annahmen entwickle ich (oder habe ich bereits) ein Lehrkonzept. Dann beobachte und erlebe und beeinflusse ich während der Durchführung, wie es wirklich ist. Wenn etwas anders ist als ich vorhergesehen habe, muss ich meine Vorstellungen/Annahmen bzw. meinen Plan flexibel anpassen. Dies geschieht meistens unterbewusst, indem ich einfach reagiere anstatt mich wirklich hinzusetzen und ein neues Konzept zu machen. Das Ganze ist ein dynamischer, fließender Prozess, welcher auf Beobachtung, Erleben, Reflexion, Interpretation und Anpassung an die jeweilige Situation basiert, und der laufend und parallel stattfindet bzw. sich zyklisch wiederholt. Eine ganz wesentliche Lehraktivität ist – meiner Meinung nach – zu jeder Zeit möglichst unvoreingenommen zu beobachten und kritisch zu reflektieren.

Im folgenden möchte ich mich auf Blended Learning Szenarien beziehen, die sowohl aus Präsenz-Lehrveranstaltungen als auch aus Phasen des mediengestützten (Selbst-)Lernens bestehen (auch ergänzt durch Online-Kommunikation und Kollaboration). In einer Situation, in der ich von Angesicht-zu-Angesicht agiere, kann ich für das Beobachten all meine Sinne einsetzen. Anders ist es dagegen in den Phasen, in denen die Lernenden nicht körperlich anwesend sind. Dennoch habe ich auch hierzu Annahmen darüber, was sie machen und wie sie lernen, und versuche ich auch hier möglichst viel zu beobachten, um herauszufinden, ob meine Annahmen richtig sind.

Hier eine Beispielsituation: Ich gebe den Lernenden innerhalb einer Präsenzveranstaltung die Aufgabe, einen Text zu lesen. Mit meinen Augen kann ich sehen, wer liest. Zumindest nehme ich an, dass jemand liest, wenn die Augen der beobachteten Person auf den Text gerichtet sind und ab und an (in angemessenem Tempo) die Seiten umgeblättert werden. Wenn ich merke, dass die Blicke sich von Text lösen und es unruhig im Raum wird (höre ich mit meinen Ohren), weil Gespräche aufkommen oder andere Aktivitäten aufgenommen werden, kann ich davon ausgehen, dass der Text entweder fertig gelesen wurde oder es andere Gründe (z.B. Unverständnis) gibt, warum nicht weiter gelesen wird. Ich kann dementsprechend reagieren, indem ich z.B. nachfrage „Seid ihr fertig?“ oder „Gibt es Verständnis-Schwierigkeiten?“ oder die Lernenden auffordere weiter zu lesen. Je nach Reaktion kann ich eine interaktive Übung anschließen, den Text diskutieren lassen, Fragen beantworten usw.

In einer vergleichbaren Online-Lernphase, in welcher Lernende aufgefordert sind einen Text zu lesen, habe ich gar keine, erheblich weniger oder im besten Fall andere Möglichkeiten die Situation zu beurteilen. Zudem lesen nicht unbedingt alle Lernenden einen Text gleichzeitig, sondern verteilt über einen gewissen Zeitraum. Meist muss ich nach Ablauf des vorgegebenen Lese-Zeitraums einfach blind davon ausgehen, dass der Text gelesen wurde, weil ich es gesagt habe. Es sei denn, die Lernenden werden aktiv und fangen an online (innerhalb meines Sichtfeldes) zu kommunizieren.

Eine weitere Option, die Blindheit zu überlisten, ist, dass ich aufgrund meiner bisherigen Lehr-Erfahrungen weiß, inwiefern es Probleme geben kann (Lernende vergessen zu lesen oder haben Verständnis-Schwierigkeiten, usw.). Daher kann ich bestimmte, angepasste Aktivitäten einplane ohne genau zu wissen, ob sie wirklich notwendig sind:  In der Annahme, dass viele Lernende vergessen den Text rechtzeitig zu lesen, kann ich z.B. per
E-Mail an die Aufgabe erinnern. Ich kann auch eine Verständnis-Frage anschließen und durch die Antworten der Lernenden (wenn es welche gibt) erkennen, wo diese stehen.

Noch eine weitere Möglichkeit, die mir ein Gefühl dafür gibt, inwiefern die Lernenden die Leseübung wahrscheinlich schon erledigt haben, sind möglicherweise im genutzten eLearning-System vorhandene Zugriffsstatistiken auf den Text. Solange der Text noch gar nicht angeklickt wurde, ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass er noch nicht gelesen wurde. Ganz sicher kann ich natürlich nicht sein, weil der Text evtl. in der Bibliothek ausgeliehen wurde. Aber weil dieser Beschaffungsweg – meiner Vermutung nach – für die Lernenden umständlicher ist, als einfach auf den Online-Text zuzugreifen, kann ich doch annehmen, dass keiner ihn bisher gelesen hat.

Zeigt die Statistik dagegen, dass es schon einige Klicks auf den Text gab, so kann ich davon ausgehen, dass er von einige Lernenden auch schon gelesen wurde. Zumindest wurde er angeschaut und vielleicht auch heruntergeladen. Wenn er heruntergeladen wurde, kann er jederzeit wieder offline gelesen oder auch an andere Lernende weitergegeben werden. Also bedeutet eine geringere Zugriffszahl im Vergleich zur Anzahl der Lernenden nicht, dass nicht alle den Text gelesen haben. Aber diese Zahl gibt mir zumindest Anlass darüber nachzudenken, ob wirklich alle den Text gelesen haben, und ggf. weitere Nachforschungen (z.B. mit Hilfe von Umfragen) anzustellen oder nochmal an die Aufgabe zu erinnern.

Aus diesem Grund und anderen Gründen halte ich Zugriffsstatistiken und Nutzerstatistiken für ein wichtiges Werkzeug zur Beobachtung der Lernenden in den Online-Lernphasen von Blended Learning Veranstaltungen. Ihre Analyse und Interpretation muss jedoch sorgfältig durchdacht werden, da leicht Fehlschlüsse gemacht werden können. Auch sind Zugriffsstatistiken meist schwer zu lesen und viele Fragen zur Nutzung von Online-Lernressourcen oder Funktionalitäten können nicht (sicher) beantwortet werden. Zu Marketing- oder Verkaufs-Zwecken in Web-Projekten und Social Communities (wie z.B. StudiVZ oder Amazon) wurden die Analysemöglichkeiten auf Basis von Zugriffsstatistiken und Nutzungsprofilen jedoch bereits tiefer gehend erforscht. Viele dieser Forschungsergebnisse wurden erst rudimentär bezüglich ihres Potentials für Blended Learning Szenarien analysiert.

In vielen Learning-Management-Systemen sind heute bereits Zugriffsstatistiken auf Basis von Logfiles mit unterschiedlichem Aussagewert integriert. Auf individuelle Nutzerprofile der Lernenden muss jedoch meist aufgrund der Datenschutzproblematik verzichtet werden. Eine Möglichkeit Datenschutzverstöße zu umgehen ist die Anonymisierung oder Pseudonymisierung der gesammelten Daten. Auch hier muss jedoch gewährleistet werden, dass keine Rückschlüsse auf das Nutzungsverhalten konkreter Personen möglich sind.

Wie können Nutzer- und Zugriffstatistiken sinnvoll und datenschutzrechtlich unbedenklich in eLearning-Systeme integriert werden, sodass Lehrende ihre Blended Learning Szenarien besser beobachten und erforschen können?

Hier möchte ich diese Überlegungen, die ich im Rahmen meiner Promotion mache, zunächst unterbrechen. Ich bin sehr interessiert an euren Kommentaren und werde die Gedanken demnächst fortführen. Was ging euch durch den Kopf, während ihr gelesen habt?

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Überlegungen zur Frage: Warum lehre ich gerne?

An diesem Samstagmorgen überlege ich: Warum lehre ich eigentlich gerne und warum liegt mir das Lehren? Meine Motivation, mein Wissen und meine Fähigkeiten sind höchstwahrscheinlich von einer Reihe von Einflussfaktoren in der Vergangenheit bestimmt und werden von mir ständig weiterentwickelt und an meine aktuellen Erfahrungen angepasst.

Ich habe lange darüber nachgedacht, um möglichste viele Umstände in der Vergangenheit und Gegenwart zu erkennen, die Einfluss auf meine jetzigen Lehrfähigkeiten haben. Es sind z.B.:

  • der Einfluss durch meine Eltern, die beide in der Lehre tätig sind/waren, und darüber fast täglich bericht(et)en

  • Spaß am „Schule spielen“ mit meinen Schwestern und Freunden (abwechselnd die strenge Lehrerin sein, die unglaublich schwierige Hausaufgaben verteilt, und Lernende am laufenden Band in die Ecke stellt :) )

  • meine eigenen Erfahrungen als Lernende mit unterschiedlichsten Lernsituationen: auf der anderen Seite

  • (Un)bewusste aber prägende Beobachtung von Lehrpersonen und Lehre seit der Schulzeit, z.B. die geliebte Grundschullehrerin, die ich auch später noch besucht habe

  • Selber Nachhilfeunterricht als Nebenjob geben, sowohl in einem Nachhilfe-Institut als auch einzelnen Schülern

  • Mit Freunden für Klausuren und mündliche Prüfungen lernen und Anderen dabei zwischendurch etwas beibringen

  • Konkrete Aus- und Weiterbildung bzgl. Didaktik und diverse andere nützliche Möglichkeiten, Wissen und Qualifikationen zu sammeln (z.B. u.A. die Themen Wahrnehmung, Aufmerksamkeit, Lernen & Gedächtnis im Psychologie-Nebenfachstudium, eLearning-Vorlesung, Trainings „Fit für die Lehre“, Stimme und Sprechtraining, etc.)

  • Lesen von Büchern & Artikeln zu Lehre, eLearning und Blended Learning

  • Konkrete eigene Erfahrungen bei der Durchführung von Lehrveranstaltungen, Schulungen und Workshops

  • Feedback und Erzählungen von (anderen) Lernenden

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass ich mir mein Wissen und meine Fähigkeiten bisher indirekt durch Beobachtung, Erleben und Ausprobieren sowie direkt durch den gezielte Besuch von Lehrveranstaltungen, das Lesen von Publikationen und natürlich durch die Durchführung eigener Lehrveranstaltungen aneignen konnte. Wichtig bei all dem war vermutlich meine sehr positive Haltung bzgl. Lehre, dass ich meistens selbst gerne gelernt habe und dass ich mich in andere Menschen gut hineindenken und einfühlen kann.

An alle Lehrenden unter den Lesern dieses Beitrags: Was hat euch beeinflusst?

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Reise zur GUtech in Oman

Letzte Woche hatte ich die Chance zur German University of Technology in Oman (GUtech) zu reisen, um dort an der Durchführung von drei eLearning-Workshops für Dozierende beteiligt zu sein. Da ich zuvor noch nie auf diesem Teil der Erde war, kam mir der Ausflug wie ein kleines Abenteur vor. Nach der Reise kann ich sagen: Es war natürlich auch ein Abenteuer. Sowohl für die Aachener in der Stadt Muscat, wie auch für die Omanis, denen aus Aachen überraschend Regen gebracht wurde… So kann ich ohne Zweifel von einer fruchtbaren Zusammenarbeit schreiben.

Die Reise begann am Dienstag um 7Uhr morgens und endete am Sonntag um 11Uhr morgens. Zur Erinnerung hab ich eine Dose aus Holz mit zwei kleinen goldenen Elefanten drauf, Safran, Halsschmerzen und ein wenig Schlafmangel nach Deutschland mitgebracht. Am Mittwoch trafen wir Prof. Rauhut, den ehemaligen Rektor der RWTH Aachen, welcher nun Leiter der GUtech ist. Hier lernten wir einiges über die GUtech und den Oman (meist in Zahlenverhältnissen dargestellt). Am Donnerstag, Freitag und Samstag fanden dann jeweils vormittags die eLearning-Workshops im weißen, am (Wüsten)Strand gelegenen Gebäude der GUtech statt.

Derzeit hat die GUtech ca. 130 Studierende, von denen die meisten im Foundation Year studieren, um Grundlagenwissen nachzuholen. Denn das Ziel ist, die GUtech Bachelor- und Masterabschlüsse qualitativ vergleichbar mit denen der RWTH zu machen. An der GUtech sind einige Dozierende vor Ort. Viele reisen jedoch auch aus Deutschland für einige Tage während des Semesters an, um zu unterrichten. Demnächst sollen diese Dozierenden auch nach ihrer Abreise noch die Möglichkeit haben, mit ihren Studierenden in Kontakt zu bleiben. Im eLearning-Workshop haben wir dafür unter anderem das Webkonferenz-Tool Adobe Connect vorgestellt.

Ich könnte jetzt noch eine Menge berichten… finde aber das dies fürs erste reicht. Muss ja noch etwas Schlaf nachholen… Vielleicht also später mehr! :)

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Ringvorlesung “Geschlecht als Wissenskategorie”

An der Humboldt-Universität zu Berlin beginnt in ein paar Tagen eine öffentliche Ringvorlesung mit dem Thema “Geschlecht als Wissenskategorie” (habe via Mädchenmannschaft davon erfahren). Die Leitfrage ist “Wie funktioniert Geschlecht in verschiedenen Wissenskontexten?”

Auch zu Gender und Informatik sind Vorträge im Programm. Am 19.11.2008 trägt z.B. Corinna Bath (Informatik, Gender&Science Studies) zur Frage “De-Gendering informatischer Artefakte: Wie weit kann eine kritische Intervention in der Technikgestaltung gehen?” vor. Und am 3.12.2008 spricht Britta Schinzel (Physik, Informatik) über “Kulturelle Unterschiede bei der Frauenbeteiligung in Informatik und Ingenieurswissenschaften: strukturelle und symbolische Erklärungsversuche” (Programmflyer).

Ist nicht jemand zufällig in Berlin um die Vorträge heimlich aufzuzeichnen (ok – ich weiß – das darf man nicht), oder sagen wir mitzuschreiben? ;)

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Vorteile der Vorlesungsaufzeichnung in der Lehre

Ich bin daran beteiligt einen Workshop zur Vorlesungsaufzeichnung mit Camtasia vorzubereiten und durchzuführen. Zur Motivation, warum überhaupt Aufnahmen von Lehrveranstaltungen gemacht werden sollten, würde ich gerne Vorteile für das Lehren und Lernen nennen.

Schön wären dafür auch Zitate von Lehrenden. Welche Vorteile seht Ihr in der Aufzeichnung von Vorlesungen und welche positiven Erfahrungen habt Ihr damit gemacht?

Ich habe zusätzlich einen Fachhochschullehrer gefunden, der seine Ziele bei der Vorlesungaufzeichnung explizit in einem Weblog beschrieben hat. Prof. Ulrich Schraders formuliert seine Ziele wie folgt:

  • Studierende, die krankheitsbedingt oder aus familiären Gründen nicht an Veranstaltungen teilnehmen können, erhalten eine Möglichkeit, sich die Inhalte eigenständig zu erarbeiten.
  • Ferner sind die Mitschnitte ein Angebot zur Wiederholung, Nachbearbeitung und zur Prüfungsvorbereitung.
  • Interessierten ausserhalb der Hochschule wird eine kostenfreie Möglichkeit angeboten sich im Sinne des Life-Long-Learning weiterzubilden.
  • Ich setze meine Vorlesungen einem Reviewprozess aus, d.h. wenn Interessierte den Vorlesungen folgen, und Unstimmigkeiten, Unverständliches feststellen oder Ergänzungen haben, so besteht die Möglichkeit in dem zugehörigen Blog Ulrich Schrader – Vorlesungen Kommentare zu hinterlassen.
  • Durch diese Kommentare finde ich heraus, wo Bedarf an Änderungen besteht. Ich möchte mir so im Laufe der Zeit ein Vorlesungsarchiv aufbauen, das ich meinen Studenten als Teil des Selbststudiums anbieten kann und vielleicht sogar Inhalte voraussetze.
  • In den Präsenzzeiten können dann auf diese Grundlagen aufbauend Inhalte in Diskussionen vertieft werden oder anwendungs- oder problemorientiert auf Fallstudien, Projekte, etc. eingegangen werden.

Den ganzen Artikel findet Ihr in Prof. Schraders Blog.

Falls Euch zusätzlich Vorteile speziell zur Vorlesungsaufzeichnung mit Camtasia einfallen, nehme ich die hier auch gerne entgegen!

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Lebhafte Gender-Diskussion

Während unseres Forschungskolloquium-Termins ist kürzlich eine rege Debatte um die Begriffe “Gender” und “Gender-Mainstreaming” entstanden. Quelle für diese Diskussion war meine geplante Vorstellung des BMBF GM-Leitfadens für Lehr- und Lernumgebungen, der eigentlich planmäßig Hauptdiskussionspunkt werden sollte, um gegebenenfalls eigene Empfehlungen für unsere Projekte zu definieren. Nun… dazu sind wir bisher (noch) nicht gekommen.

In meine Präsentation hatte ich anfangs die Fragen “Was versteht ihr unter dem Begriff Gender?” und “Was sind Gender-Mainstreaming und Gender-Forschung?” provokativ an meine Forscherkollegen und Kolleginnen zur Beantwortung übergeben. Und das war der Auslöser der Definitions-Diskussion!

Mir hat die Diskussion viel Spaß gemacht und im Grunde wurde deutlich, dass alle bestimmte Vorstellungen von den Begriffen hatten – wie ich -, aber keiner genau sagen konnte, worum es dabei wirklich geht – auch ähnlich, wie ich. Für unsere Gruppe hat es – meiner Meinung nach – viel gebracht, weil wir ein wichtiges (aber brenzliges) Thema (im Sinne von: nicht-so-einfach-ohne-Meinungsverschiedenheiten-zu-besprechen) diskutiert haben und nun wahrscheinlich auch sensibilisiert für Gender-Aspekte in der Lehre sind.

Die Diskussionsinhalte haben gezeigt, dass der Begriff “Gender” meist mit “Frauenförderung” gleichgesetzt wird und daher bei Vielen (sowohl Männern als auch Frauen) eine ablehnende Haltung auslöst. Eher weniger war bewusst, dass er die gesellschaftlich geprägten Rollen – das “soziale Geschlecht” – von Frauen und Männern bezeichnet. Der Begriff “Gender-Mainstreaming” für die “Gleichstellung der Geschlechter” – wurde von den Diskussionsteilnehmer als falsch gewählt empfunden, da er durch die deutsche Übersetzung mit “Durchschnitt” (mainstream) missverständlich ist.

Ich beschäftige mich seit einigen Wochen mit “Gender und Informatik” (genauer: mit den Fragen “Warum wenige Frauen Informatik studieren” und “wie man das vielleicht ändern könnte“; dabei bin ich auch auf den oben genannten Leitfaden gestoßen, den ich demnächst in einem anderen Beitrag ansprechen möchte). Als wesentlichen Faktor für die möglicherweise geringe Attraktivität der Informatik als Studienrichtung sehe ich das Nerd-Bild der Informatik in unserer Gesellschaft. Vielleicht können Empfehlungen der Gender-Forschung für das Informatik-Studium Verbesserungen bringen? Häufig werden im Leitfaden typische Usability-Methoden (wie Analyse der Zielgruppe, berücksichtigung unterschiedlicher Lerntypen, Partizipation der späteren Lerner, etc.) genannt, um Lehre gendergerecht zu gestalten. Die Beschäftigung mit Gender-Themen in der Informatik-Lehre kann also eventuell dazu führen, dass die Lehre für alle Lernenden verbessert sowie attraktiver wird (nicht nur aus Sicht der Frauen); also die Förderung unterschiedlicher Lerntypen und Lernkulturen, etc., bedeutet, und z.B. bezogen auf eLearning zur allgemeinen Steigerung der Usabitity von Lehr- und Lernumgebungen und Lerninhalten führen kann.

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Klimaschutz schafft Jobs – Fachkräfte gesucht?

Wie ich in der aktuellen Papierausgabe der ZEIT (daher keine Referenz) und auf Welt.de lesen konnte schafft Klimaschutz viele neue Arbeitsplätze bis zum Jahr 2020 (O-ton: Jobwunder). Vor 7 Jahren hat das so ähnlich schon mal jemand auf innovation-report. de geschrieben

Ich tippe einfach mal, dass diese ganzen neuen Arbeitsplätze von naturwissenschaftlich-technisch qualifizierten (ggf. studierten) Fachkräften gefüllt werden sollen, die der aktuellen Prognose nach aber in Zukunft schwer zu bekommen sein werden… Da ist es gut, dass eine Initiative, wie MINT Zukunft schaffen, sich zum Ziel macht, die Bildung in Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik zu fördern.

„MINT Zukunft schaffen” will Lernenden und Lehrenden in Schulen und Hochschulen sowie Eltern und Unternehmern die vielfältigen Entwicklungsperspektiven, Zukunftsgestaltungen und Praxisbezüge der MINT-Bildung nahebringen und eine Multiplikationsplattform für alle bereits erfolgreich arbeitenden MINT-Initiativen in Deutschland sein.

Auf der Webseite www.mintzukunft.de gibt es Informationen für SchülerInnen, Studierende, Lehrkräfte, Eltern und Unternehmen. Besonders interessant finde ich den MINT-Navigator über den ich bestimmte MINT-Initiativen finden kann. Ich habe gerade z.B. die Kriterien “Zielgruppe: Schüler”, “Initiative für Mädchen und Frauen” und “Themenschwerpunkt: Informatik” ausgewählt und 5 Projekt zur Auswahl erhalten.

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